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Der Magenbypass


Der Magenbypass stellt ein kombiniert restriktiv-malabsorptives Verfahren dar. Die Nahrungsmenge, die bei einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, wird drastisch reduziert. Zusätzlich wird der Ablauf der Verdauung geändert, so dass nicht mehr alle Nahrung vom Körper aufgenommen wird.

Der größere Teil des Magens wird „blind“ verschlossen und verbleibt im Köper. Zusammen mit den Zwölffingerdarm und Teilen des Dünndarms wird er aus der Nahrungspassage ausgeschlossen.

Der Nahrungsbrei wird aus dem kleinen „Vormagen“ direkt in den Dünndarm gelenkt, diese Umgehung nennt man Bypass.

Der oft verwendete Name Roux-en-Y-Bypass kommt von der Art, wie der Dünndarm am unteren Ende des Bypass aufeinandergenäht wird. Da dies der Form eines Y entspricht und bei einer anderen Operation von einem Schweizer namens Roux das erste Mal so beschrieben wurde, heisst der Magenbypass auch Roux-en-Y-Bypass.

 

Vorteile des Magenbypasses


Die mögliche Gewichtsabnahme durch die Magenbypass-Operation ist verglichen mit rein restriktiven Verfahren größer. Im statistischen Durchschnitt werden ca. 60% des extremen Übergewichts verloren. Ein häufiges Begleitproblem der Adipositas ist Diabetes Typ II. Nach einer Magenbypass-Operation können insulinpflichtige Patienten die Medikamentendosierungen häufig drastisch reduzieren oder sogar ganz auf Insulin verzichten. Darüber hinaus haben Studien gezeigt, dass sich die Lebensqualität der Patienten und die anderen Begleiterkrankungen ebenfalls verbessern.

Nachteile und Risiken


Eine Operation birgt immer Risiken in sich, es kann in seltenen Fällen auch zu Komplikationen kommen. Ihr Chirurg wird vor einer Operation immer in einem ausführlichen persönlichen Gespräch die Wahl des Operationsverfahrens, allgemeine und spezielle Risiken und mögliche Komplikationen besprechen. Sie werden ausreichend Bedenkzeit haben, um sich in aller Ruhe vorzubereiten und gut informiert dem Eingriff zuzustimmen.

Da die Magenbypass-Operation einen wesentlichen Eingriff in die Verdauungsphysiologie des Körpers bedeutet, ist es möglich, dass es zu Mangelzuständen durch falsche Ernährung kommt. Davon am häufigsten betroffen sind Vitamine und Spurenelemente, die in der Regel ein Leben lang als Tabletten oder Depot-Spritzen von aussen zugeführt werden müssen.

Der bei der OP "ausgeschaltete" Teil des Verdaaungstrakt kann nicht mehr einfach per Magenspiegelung oder Röntgenuntersuchungen dargestellt werden.

Es kann zum "Dumping-Syndrom" kommen, bei dem sich vor allem stark zuckerhaltige Lebensmittel zu schnell in den Darm entleeren. Auch wenn dies kein ernstes medizinisches Problem darstellt, kann es doch mit Unwohlsein, Erbrechen, Durchfall oder Schwächegefühl mit Schweißausbrüchen führen. Sie müssen deshalb nach der Operation eventuell stark gezuckerte Lebensmittel vermeiden.